Breuer, Christoph/Michels, Harald: Trendsport – Modelle, Orientierungen und Konsequenzen
Breuer, Christoph/Michels, Harald:
Trendsport – Modelle, Orientierungen und Konsequenzen
Meyer & Meyer (Aachen) 2003, DIN A5, 132 S., € 18,90 ISBN 3-89124-850-4
Der vorgelegte Sammelband fasst die Ergebnisse einer Veranstaltung „Alles im Trend!“ (09/ 2001 in Köln, Träger: LSB, DSHS Köln und das zuständige Ministerium) zusammen. Damit wird deutlich, dass ein Bezug zum Schulsport nicht im Mittelpunkt dieser Veröffentlichung steht. Im Einzelfall ergeben sich Anregungen für ein außerunterrichtliches Zusatzangebot, das z.B. im Rahmen von Ganztagsschulen genutzt werden könnte.
Zudem weisen die beiden Autoren in den einleitenden Bemerkungen darauf hin, dass die einzelnen Beiträge sehr unterschiedlich ausfallen. Die zentrale Problematik bringen die Herausgeber früh auf den Punkt (S. 11): „Neue Formen und Stile der Sport- und Bewegungs-kultur werden erprobt, weiter entwickelt, verworfen und etabliert. Vielfalt und Unübersichtlichkeit sind dabei typische Merkmale des modernen Sports, die sich in einer Begriffsvielfalt zahlloser Etiketten widerspiegeln. Unterhalb der sichtbaren Oberfläche des Trendsports, der sich mit seinem Naming Beschreibungshülsen für immer wieder neu erscheinende Formen der Sportausübung kreiert, gehen verschiedene traditionelle und innovative Ideen des Sports die erstaunlichsten Verbindungen ein. Mit den Etiketten oder Labels der Trendsportarten wird eine Momentaufnahme der Veränderungsprozesse des Sports ausschnittsartig und vorübergehend sichtbar bzw. kommunizierbar gemacht.“
Diesen Spuren (z.B. Flüchtigkeit der neuen Formen) folgen die meisten Beiträge des Readers, so dass das teilweise genutzte schaumige und zugleich inhaltsarme Vokabular sowie die inhaltliche Beliebigkeit nur bedingt überzeugen können. Galten die Trendsportarten in den letzten 20 Jahren oft als „Bedrohung“ des traditionellen Schulsports, die in besonderer Weise von den Standesvertretern der Sportlehrkräfte dramatisiert wurden, so macht dieser Band deutlich, dass die Befürworter dieser immer neuen Trends deren Praxis eher im außerschulischen Bereich sehen. Aus der Sicht der geltenden Sportlehrpläne in Rheinland-Pfalz stellen Trendsportarten dann eine inhaltliche Möglichkeit für den pädagogischen Freiraum dar, wenn sie ihre Tauglichkeit (pädagogische Eignung, Ermöglichung des Zuganges, Frage eventueller Kosten für die Schülerinnen und Schüler) eindeutig und nachhaltig unter Beweis stellen. Diese sinnvollen Zugangsauflagen sichern dem Schulsport in Rheinland-Pfalz eine Balance von bewährten und erprobten Inhalten sowie neuen Formen der Bewegungskultur.
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